Logis | Apartments Luise und Friederike

Königin Luise 1797, Henriette-Félicité Tassaert (1766-1818)

Königin Luise

Zeitgenossen beschrieben Luise als schöne und anmutige Frau. Ihre Kindheit verbrachte sie nach dem Tode ihrer Mutter zusammen mit den beiden Schwestern Therese und Friederike bei der Großmutter. Die resolute und kluge alte Dame ließ dem verspielten und unbefangenen Kind einige Freiheiten, was wohl auch zu den späteren ungezwungenen Um­gangs­formen beitrug. Sie wirkte eher bürgerlich als aristokratisch, was ihr in der Bevölkerung große Sympathien einbrachte. Die kultische Verehrung, die schon zu Lebzeiten einsetzte und die damit verbundene historische Bedeutung reichte weit über den Einfluss hinaus, den sie als Königin von Preußen tatsächlich hatte. In den 17 Ehejahren schenkte sie 10 Kindern das Leben, von denen sieben das Erwachsenenalter erreichten. Sie selbst starb früh und blieb so den nach­folgenden Generationen als junge und lebensfrohe Frau in Erinnerung.


Prinzessin Friederike 1796, Johann Tischbein

Prinzessin Friederike

Friederike, die ein besonders enges Verhältnis mit ihrer Schwester Luise verband, heiratete zwei Tage nach ihr den jüngsten Bruder des Kronprinzen, Prinz Louis. Dieser war jedoch bereits anderweitig, aber "unter seinem Stand" verliebt. Nach einer kurzen, glücklosen Ehe verwitwete Friederike 1796 bereits mit 18 Jahren. In ihrem Witwensitz Schönhausen hatte sie zahlreiche Affären, "Sie weiß sich nur zu gut zu trösten" schrieb die Gräfin von Voß in ihr Tagebuch. Es kam zum Eklat als Friederike ein uneheliches Kind erwartete. Luise erfuhr erst spät von diesem Skandal und war vor allem von dem Mangel an Vertrauen ihr gegenüber tief enttäuscht. Friederike musste eilig den mutmaßlichen Kindsvater Prinz Solms-Braun­fels heiraten. Titel und Hofstaat gingen verloren und das Paar hatte Berlin umgehend zu verlassen. In einer dritten Ehe mit dem Herzog von Cumberland wurde Friederike schließlich 1837 Königin von Hannover.